Warren Buffett
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Warren Edward Buffett (* 30. August 1930 in Omaha, Nebraska, USA) ist ein amerikanischer Investor und mit einem geschatzten Privatvermogen von 43 Mrd US-$ (Stand 2004) die zweitreichste Person der Welt nach Microsoft-Grunder Bill Gates.
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1 Biografie
2 Anlagegrundsatze
3 Literatur
4 siehe auch
5 Weblink
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Biografie
Buffett, der auch den Spitznamen 'Orakel von Omaha' tragt, hat sich und die ihm vertrauenden Anleger durch in der Summe uberragende Anlageentscheidungen zu wohlhabenden Menschen gemacht. Als Investitionsvehikel dient dabei die von ihm 1965 erworbene Firma Berkshire Hathaway, die von Buffett im Laufe der Zeit von einer Textilfirma in eine Holdinggesellschaft mit Schwerpunkt im Versicherungsgeschaft, mittlerweile 66 eigenen Firmen und vielen weiteren Beteiligungen umgewandelt wurde. Buffett, der 31 % der Anteile von Berkshire Hathaway besitzt, wurde vom Forbes Magazine im Jahr 2004 mit einem geschatzten Privatvermogen von 43 Mrd US-$ als die zweitreichste Person der Welt nach Microsoft-Chef Bill Gates eingestuft.
Warren Buffett wurde am 30.August 1930 als zweites Kind des Brokers und spateren Kongressabgeordneten (1942 - 1948, 1950 - 1952) Howard Buffett und seiner Frau Leila (geb. Stahl) in Omaha, Nebraska, geboren.
Der junge Warren zeigte sich schon als Kind von Zahlen fasziniert und sehr geschaftstuchtig, so verdiente er sein erstes eigenes Geld als Zeitungsbote, mit der Vermietung von Flipperautomaten und dem Verkauf gebrauchter Golfballe. Seine ersten Erfahrungen mit Geldanlagen und dem Aktiengeschaft machte er in der Firma seines Vaters. Dort erwarb er auch im Alter von 11 Jahren seine ersten drei Aktien.
Nach Studien an der Wharton School of Finance und der University of Nebraska erwarb er 1951 an der Columbia University in New York den 'master in economics'. Dort war einer seiner Lehrer der 'Vater der Fundamentalanalyse', Benjamin Graham. Buffett erhielt das einzige A+, das Graham in 22-jahriger Lehrtatigkeit vergeben sollte. Zunachst arbeitete er in der Firma seines Vaters, Buffett-Falk. 1954 nahm er dann das Angebot seines ehemaligen Lehrers Graham an, in dessen Brokerfirma Graham-Newman als Wertpapieranalyst zu arbeiten.
Nachdem sich Graham 1956 ins Privatleben zuruckgezogen hatte, grundete Buffett am 1.Mai 1956 in Omaha seinen ersten privaten Investmentpool (Limited Partnership) mit einer eigenen symbolischen Einzahlung von 100 $. Weitere 105.000 $ wurden von sieben Verwandten und Bekannten beigesteuert. Der im Laufe der Jahre nach Teilnehmern und Einlagen kraftig wachsende Investmentpool erzielte von 1956 bis 1969 ein durchschnittliches jahrliches Anlageergebnis von 29,5 % ( dabei verdiente Buffett 25 % des uber 4% hinausgehenden Anlageergebnisses ). Fur die Anfangsinvestoren wurden so (nach Abzug von Buffetts Erfolgsanteil) aus 10.000 $ sagenhafte 150.000 $, im gleichen Zeitraum hatte eine Investition in den Dow-Jones-Index lediglich einen Betrag von etwas mehr als 15.000 $ ergeben.
Gegen Ende der 60'er Jahre beunruhigte Buffett die immer starker auf kurzfristige Kurssteigerungen und hochspekulative Aktien setzende Atmosphare an der Wall Street. So schrieb er schon 1967 in einem Brief an seine Anleger : 'Ich kann mit den herrschenden Bedingungen nichts mehr anfangen'. Nach dem Zusammenbruch der hochriskanten Aktien und Investmentfonds 1969 bis 1971 sollten die 60'er Jahre in der Ruckschau als 'Go-Go-Years' bekanntwerden (benannt nach dem gleichnamigen Buch des bekannten Autors John Brooks), besonders personifiziert durch Personen wie Fred Carr (Enterprise Fund), Fred Mates (Mates Fund), Gerald T'Sai (Manhattan Fund) und nicht zuletzt Bernard Cornfeld und sein Investors Overseas Services Imperium.
Konsequenterweise loste Buffett 1969 den Investmentpool auf und bot seinen Investoren an, ihr Geld in Anteile von Berkshire Hathaway zum damaligen Kurs von etwa etwa 43 $/Anteil (ein solcher Anteil war Ende 2004 ungefahr 87.000 $ wert) zu tauschen (er hatte 1965 fur seinen Investmentpool die Mehrheit an der Firma erworben). Zu diesem Zeitpunkt hatte er durch den Kauf einer Versicherung (National Indemnity), einer Zeitung (Sun Newspapers of Omaha) sowie einer Bank (Illinois National Bank&Trust) das noch vorhandene Kapital von Berkshire Hathaway bereits teilweise in textilfremde Beteiligungen investiert (er wiederholte damit ein Verhalten, das er bereits 1962 nach dem Erwerb der Mehrheit an der Firma Dempster Mill gezeigt hatte : Das Kapital eines wenig aussichtsreichen Firmengeschaftes in vielversprechendere Beteiligungen fliessen zu lassen). Buffett besass Anfang 1970 neben Berkshire Hathaway noch Beteiligungen an den Firmen Diversified Retailing und Blue Chip Stamps. Diese beiden Unternehmen fusionierte er spater mit Berkshire Hathaway (1979 Diversified Retailing, 1982 Blue Chip Stamps), nachdem es nicht zuletzt aufgrund vermuteter Interessenkonflikte (Blue Chip Stamps war ebenfalls eine Art Investmentholding) Mitte der 70'er Jahre zu einer Ermittlung der amerikanischen Borsenaufsicht SEC gegen ihn gekommen war.
Einer breiten Offentlichkeit war Buffett lange Zeit unbekannt. Das anderte sich erst, als der bekannte Finanzbuchautor George W.Goodman (besser bekannt unter seinem Pseudonym 'Adam Smith') 1972 Warren Buffett und Benjamin Graham ein eigenes Kapitel in seinem Buch 'Supermoney' widmete.
An der Wall Street hatte der Zusammenbruch der hochspekulativen Aktien Ende der 60'er zu einer Flucht in Aktien von soliden Firmen mit guten Gewinnen und bewahrten Erfolgsgeschichten gefuhrt. Durch die Massenbewegung in die sogenannten 'Nifty-Fifty' oder 'Vestal-Virgins' wurden jetzt deren Kurse, wie vorher die der spekulativen Aktien, in immer unwahrscheinlichere Hohen getrieben. Schliesslich sollte auch diese Blase 1973/74 platzen. Erst Ende 1974, fast am Ende eines 5-jahrigen Barenmarktes, der die schlimmsten Kursverluste seit der grossen Depression gebracht hatte, sollte sich Buffett zu Wort melden. In einem Forbes Interview sagte er: 'Jetzt ist die Zeit zu investieren und reich zu werden'. Buffett selbst hatte schon vor 1974 viele Beteiligungen erworben. Als bis heute hochprofitable Investitionen sollten sich dabei die 1973 erfolgte Beteiligung an der Washington Post und der Erwerb des Susswarenherstellers See's Candies 1972 (uber Blue Chip Stamps) erweisen.
Seither ist Buffett nicht mehr aus dem Blick der Offentlichkeit verschwunden. Er erstaunt immer wieder durch seinen unpratentiosen Lebensstil (Buffett lebt noch heute in dem Haus in Omaha, das er 1958 fur 31.500 $ erworben hat) und erregt immer wieder Aufmerksamkeit durch scharfsinnige, selbstkritische und humorvolle Bemerkungen in den Jahresberichten von Berkshire Hathaway. Die Jahreshauptversammlungen, die zuletzt von mehr als 20.000 Menschen besucht wurden, tragen mittlerweile den Namen 'Woodstock fur Kapitalisten'.
In den 80'er Jahren machte Buffett Schlagzeilen durch den Aufbau grosserer Aktienbestande in Coca-Cola, American Express und Gillette. Daneben erwarb Berkshire Hathaway auch immer wieder Firmen komplett (so 1983 die erfolgreiche Mobelfirma Nebraska Furniture Mart). Weiterhin erregte er grosses Aufsehen, als er 1991 das durch einen Skandal um Manipulationen bei der Versteigerung amerikanischer Staatsanleihen in existentielle Not geratene Wall Street Haus Salomon Brothers vor dem Untergang rettete.
Der Schwerpunkt der Geschaftstatigkeit von Berkshire Hathaway liegt heute neben passiven Beteiligungen im Geschaft der mittlerweile uber 60 in verschiedensten Geschaftsfeldern tatigen Eigengesellschaften und im Erst- und Ruckversicherungsgeschaft, dokumentiert durch die Eigengesellschaften Berkshire Hathaway Reinsurance Group und Berkshire Hathaway Primary Group sowie GEICO (funftgrosster Kfz-Versicherer der USA) und General Re (viertgrosster Ruckversicherer der Welt).
Trotz der mittlerweile erreichten Grosse von Berkshire Hathaway ist es Buffett immer wieder gelungen, uberdurchschnittliche Anlageergebnisse zu erzielen, wenn auch das jahrliche Anlageergebnis auf mittlerweile 'nur noch' 22,2 % seit 1965 gesunken ist. Buffetts Vermogen wird zu 99% durch seine Beteiligung an Berkshire Hathaway reprasentiert.
Warren Buffett war von 1952 bis zu ihrem Tod am 29.Juli 2004 mit Susan Buffett (geb.Thompson) verheiratet. Aus der Ehe sind die drei gemeinsamen Kinder Howard, Susan und Peter hervorgegangen.
Anlagegrundsatze
Buffetts Anlagestrategie ist vor allem durch die Anlagegrundsatze seines Lehrers Benjamin Graham gepragt, die dieser in den Buchern Security Analysis und The Intelligent Investor aufgestellt hat.
Zentrales Anlagekriterium ist dabei das Konzept der 'Sicherheitsmarge'. Der Erwerber eines Wertpapiers soll demnach den inneren Wert des Papiers ermitteln und prufen, ob der Preis diese Wertpapiers an der Borse zu seinen Gunsten niedriger ist als der ermittelte Wert. Der innere Wert wird dabei durch viele Faktoren bestimmt, die bei Graham vor allem nach quantitativen objektiven Kriterien (Liquidationswert des Unternehmens, KGV, Kurs-Buchwert-Verhaltnis, Verschuldungsgrad, Ertragskraft der Vergangenheit, Dividendenrendite) ermittelt werden.
Haufig ist zu lesen, dass Buffett von Grahams Lehren mit der Zeit abgeruckt sei, da er bei vielen Kaufen stark auf qualitative Elemente Wert legte (Fahigkeiten und Integritat des Managements, Qualitat des Geschaftes, Ertragskraft der Zukunft). Bei der Bewertung qualitativer Elemente wurde Buffett von Phil Fischers Buch Common Stocks and Uncommon Profits, vor allem aber von seinem Freund Charles Munger beeinflusst. Munger und Fischer fordern die Bereitschaft, das zu investierende Kapital stark in wenigen Beteiligungen zu konzentrieren und lehnen eine starke Diversifikation ab. Der qualitative Ansatz zeigte sich bei Buffett schon fruh, als er beispielsweise 1964 Anteile der durch den Salatol-Skandal in grosse Schwierigkeiten geratenen Bank American Express erwarb oder 1976 eine erste Beteiligung im vom Zusammenbruch bedrohten Versicherer GEICO aufbaute. In beiden Fallen betrachtete Buffett die momentanen Probleme als uberwindbar und das eigentliche Geschaft der Firmen als gesund und hochprofitabel.
Zwar hat Buffett immer wieder bei der Beurteilung des inneren Wertes eines Unternehmens starken Wert auf subjektive Kriterien gelegt, er hat aber die Grundlagen von Benjamin Grahams Anlagephilosophie nie verlassen. Kernpunkt bleibt, dass der Erwerb einer Firma zu einem sehr attraktiven Preis erfolgen muss.
Buffett selbst wird nicht mude zu erklaren, dass sein Anlagerfolg kein Einzel- oder Zufallserfolg ist, sondern auf den Lehren von Graham beruht. Die 'Sicherheitsmarge' und der innere Wert einer Firma konnen seiner Meinung nach von verschiedenen Investoren verschieden ermittelt werden. So prasentierte er 1984 bei einer Rede an der Columbia University mehrere Investoren (Stan Perlmeter, Bill Ruane, Walter Schloss), die durch die Beachtung von Grahams Prinzipien uberragenden Anlageerfolg uber lange Zeitraume gehabt haben. Buffett hat demgemass lediglich einen weitergefassten und vielseitigeren Ansatz zur Ermittlung des inneren Wertes entwickelt, als das bei Graham der Fall ist.
Immer wieder legt Buffett beim Erwerb einer Firma deutlich mehr Wert auf subjektive Elemente als Graham. So ist er bereit, fur eine Firma und ihren in einem von ihm als grossartig beurteilten Geschaft enthaltenen 'Goodwill' einen deutlich uber dem eigentlichen Buchwert liegenden Preis zu bezahlen (im Geschaftsbericht 1983 erlauterte er diesen Ansatz ausfuhrlich sowohl allgemein als auch speziell am Beispiel von See's Candies). Die subjektive Ausrichtung zeigt sich auch darin, dass Buffett den Vorsitzenden der Firmen, in die er investiert, grosses Vertrauen entgegenbringt, sie und ihre Arbeitseinstellung sehr schatzt und ihnen fast vollige Freiheit bei der Fuhrung der Geschafte lasst, wobei er sich wunscht, dass sie so lange wie moglich weiterarbeiten.
Ausserdem sollen Anleger nach Buffett nur in solche (moglichst 'simple') Firmen investieren, deren Geschaft sie verstehen. Buffett, der nach seiner Ansicht nichts von Technologie versteht, hat deshalb so gut wie nie in technologielastige Firmen investiert. 1997 lehnte er das Angebot des damaligen Microsoft-Vizeprasidenten Jeff Raikes ab, in die Firma seines Freundes Bill Gates zu investieren, obwohl sich Raikes alle Muhe gab, ihn von den Vorzugen von Microsoft zu uberzeugen.
Weiterhin soll sich der Investor immer als Teilhaber des Geschaftes und nicht als auf kurzfristige Kurssteigerungen schielender Spekulant sehen. Konsequenterweise soll der Anleger die Marktschwankungen ignorieren, da er bei einem wohldurchdachten Erwerb nach den Regeln der 'Sicherheitsmarge' darauf vertrauen kann, dass sich diese irgendwann zu seinen Gunsten realisiert. Nach Buffett soll es ihm egal sein, wenn die Borse jahrelang geschlossen bleibt und er soll die erworbenen Aktien im Idealfall 'fur immer' erwerben.
Buffett selbst fast die Charakteristiken eines lohnenden Investitionszieles immer wie folgt zusammen : 'Wir investieren nur in eine Firma, wenn wir (1) die Geschafte verstehen, (2) die langfristigen Aussichten des Unternehmens gut sind (bewiesene Ertragskraft, gute Ertrage auf das investierte Kapital, keine oder nur geringe Verschuldung, attraktives Geschaft), (3) die Firma von kompetenten und ehrlichen Managern geleitet wird und (4) sehr attraktiv bewertet ist.
Buffetts Abneigung gegenuber Verschuldung zeigte sich, als er einmal sagte, dass selbst eine 99 %-Wahrscheinlichkeit mit geliehenem Geld eine hohere Rendite zu erzielen nicht das 1%-Risiko rechtfertigt, durch die Schulden in einem unvorhergesehenen Fall in Schwierigkeiten zu geraten.
Man darf niemals vergessen, so Buffett, dass einem das Geld anderer Menschen anvertraut wurde, daher sollte auch der kleinste Geldbetrag mit ausserster Sorgfalt verwaltet werden.
Literatur
- Roger Lowenstein : Buffett - The Making of an American Capitalist, Random House, New York, 1995 ISBN 0-385-48491-7
- 'The Superinvestors of Graham- and -Doddsville' : Appendix 1 in 'The Intelligent Investor' von Benjamin Graham, Harper & Row, Fourth Revised Edition ISBN 0-060-55566-1
- 'Look at all those beautiful, scantily clad girls out there!', FORBES, November 1, 1974
- 'Adam Smith': Supermoney, Random House, New York, 1972 ISBN 0-718-11128-1
- Warren Buffett : Letters of the Chairman 1977 - 2003 und Berkshire Hathaway Annual Reports 1995 - 2003, zu finden unter dem angegebenen Weblink
- Mary Buffett, David Clark : Buffettology, 1998 ISBN 3-548-75095-8
- Warren Buffett: Die Essays von Warren Buffett, 2003 ISBN 3-812-50440-5
siehe auch
- Carl Icahn
- Andre Kostolany
- Liste von Milliardaren
Weblink
- Berkshire Hathaway (http://www.berkshirehathaway.com) (engl.)
Buffett, Warren Buffett, Warren Buffett, Warren Buffett, Warren
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Buffett, Warren |
| ALTERNATIVNAMEN | Buffett, Warren Edward |
| KURZBESCHREIBUNG | Unternehmer, Investor |
| GEBURTSDATUM | 30. August 1930 |
| GEBURTSORT | Omaha, Nebraska, USA |
| STERBEDATUM | |
| STERBEORT | |
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Quelle:: Wikipedia.org
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